Unterstützung bei Arbeit und Pflege

Die meisten pflegenden und berufstätigen Angehörigen brauchen vor allem mehr zeitliche Flexibilität. Das Gesetz zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf schafft individuelle Rahmenbedingungen für unterschiedliche Pflegesituationen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von tariflichen Möglichkeiten, die im Pflegefall hilfreich sein können.

Gesetzliche Regelungen

Die nachstehenden Informationen wurden vom Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) übernommen. Wege zur Pflege

• In akuten Situationen: Kurzzeitige Arbeitsverhinderung von bis zu 10 Arbeitstagen

Angehörige haben die Möglichkeit, bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben, um in einer akuten Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherzustellen.

• Pflegezeit: Freistellung bis zu sechs Monate

Mit der Pflegezeit können sich Beschäftigte bis zu sechs Monate vollständig oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen, wenn sie eine*n pflegebedürftige*n nahe*n Angehörige*n in häuslicher Umgebung pflegen.

• Familienpflegezeit: teilweise Freistellung bis zu 24 Monate

Mit der Familienpflegezeit können sich Beschäftigte bis zu 24 Monate teilweise von der Arbeit freistellen lassen, wenn sie eine*n pflegebedürftige*n nahe*n Angehörige*n in häuslicher Umgebung pflegen.

• Begleitung in der letzten Lebensphase: bis zu drei Monate Freistellung

Angehörige haben einen Rechtsanspruch darauf, in der letzten Lebensphase einer*eines nahen Angehörigen drei Monate lang weniger zu arbeiten r auch ganz auszusetzen. Sie können somit Ihrer*Ihrem Angehörigen auf ihrem*seinem letzten Weg beistehen, auch wenn sich die*der nahe Angehörige in einem Hospiz befindet.

Ein Pflegegrad ist nicht erforderlich.

Bitte beachten Sie, dass einige der Regelungen aufgrund von Corona angepasst wurden.

 Notfallmappe

Oftmals fehlt in einem Notfall die Zeit, wichtige Informationen und Unterlagen zur Person (z.B. vorliegende Vollmachten,…) zusammen zu suchen. Bitte stellen Sie Ihre Notfallmappe zusammen: https://www.familienportal.kit.edu/img/Notfallmappe.pdf

 

Weitere Beratungsangebote

Manchmal kann es ganz schnell gehen: Ein Unfall, ein Sturz, eine Krankheit – und jemand wird pflegebedürftig. Wer schnelle Hilfe und Informationen sucht, findet diese in der persönlichen oder telefonischen Beratung – hier finden Sie eine Auswahl von Ansprechpartner*innen, die Ihnen im Pflegefall mit Rat und Tat zur Seite stehen:
 

• Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums

Telefonische Beratung, E-Mail-Beratung und schnelle Hilfe für Angehörige
– anonym und vertraulich
– mit konkreten Hilfestellungen für Ihre individuelle Situation
– als Lotse zu den Angeboten vor Ort

Servicetelefon: (030) 20179131 (Montag bis Donnerstag 9-18 Uhr)

E-Mail: info@wege-zur-pflege.de
 
• Bürgertelefon zur Pflegeversicherung des Bundesgesundheitsministeriums

Beantwortet werden hier alle Fragen zu den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Wer eine Frage zur Kurzzeit- und Verhinderungspflege, zum Einstufungsverfahren, den finanziellen Leistungen oder dem neuen Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz hat, kann diesen kostenlosen Service des Gesundheitsministeriums in Anspruch nehmen.

Servicetelefon: (030) 3406066-02 (Montag bis Donnerstag 8-18 Uhr, Freitag 8-12 Uhr)

 

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